Rotorua

Die letzten 2 Stationen meiner Reise war ich euch ja noch schuldig. Wie das halt so ist, wenn man nicht direkt dran bleibt, schiebt man es vor sich her und dann dauert es halt mal etwas länger. Aber here we go…

Dieses Kapitel wird etwas länger, denn auf meiner vorletzten Station in Rotorua habe ich immerhin 4 ganze Tage verbracht. Es gibt hier so wahnsinnig viel zu sehen und zu tun, dass ich meinen Aufenthalt spontan um einen Tag verlängert habe. Neben jeder Menge Outdoor-Aktivitäten wie Black Water Rafting, Jetboat fahren, Kajaktouren, Bungee-Jumping oder Seilrutschen, gibt es Thermalfelder, Geysire und Höhlen voller Glühwürmchen zu besichtigen. Man kann sich aber auch in blubbernden Schlammtümpeln wälzen oder seine Füße in siedend heiße Quellen stecken.
Wer mag, kann sich hier intensiv mit der Kultur der Maori vertraut machen und die „Herr der Ringe“-Filmkulisse Hobbiton ist auch nur einen Katzensprung entfernt.
Bei so vielen Attraktivitäten sind selbst 4 Tage noch zu wenig und ich konnte nur ein paar Punkte auf meiner to-do-Liste für Rotorua abarbeiten, zumal das Wetter sich auch ein bisschen launisch zeigte.

Rotorua
Rotorua liegt in einem der geothermisch aktivisten Gebiete der Erde, was zur Folge hat, dass es an vielen Ecken in der Stadt echt fies nach Schwefel stinkt, der mit dem Dampf hier überall aus den heißen Quellen steigt und einem manchmal ganz unverhofft um die Nase weht. Man gewöhnt sich zwar irgendwann dran, aber selbst der verliebtesten Nase sind solche Gase nicht immer egal. Dank der vielen Thermalquellen ist Rotorua eine beliebte Kur- und Bäderstadt. Es gibt einige Thermalbäder und Wellness-Oasen sowie ein Polynesisches Spa, aber trotz des teils regnerischen Wetters konnte ich mich nicht zu einem Besuch aufraffen und bin statt dessen durch die schönen Government Gardens geschlendert.

rotorua

Wai-O-Tapu | Sacred Waters – Thermal Wonderland
Ein Besuch des Wai-O-Tapu Thermal Wonderlands lohnt sich auf jeden Fall. Ein bisschen enttäuscht war ich ja von dem groß angekündigten Lady Knox Geyser. Im Reiseführer war zu lesen, dass der bekannte Geysir jeden Tag so gegen 10:00 Uhr ausbricht. Da wir just in dieser Nacht die Zeit eine Stunde zurückgedreht hatten, kamen Spekulationen auf, ob wir denn diese Attraktion verpassen würden oder ob sich so ein Geysir auch an die Zeitumstellung halten würde. Letztendlich stellte sich heraus, dass der Geysir vom Tourguide jeden Tag zu Anschauungszwecken pünktlich um viertel nach 10 quasi manuell gestartet wird, indem man ein bisschen Sodapulver in seinen Schlund kippt. 😝

geysir

Das herrliche Geothermalgelände entschädigt dann aber für den Fake Geysir. Von TripAdvisor als einer der 20 surrealsten Plätze der Welt ausgezeichnet, präsentiert sich die vor Urzeiten durch Vulkane geformte einzigartige Landschaft in den unterschiedlichsten Farben. Aus den kunterbunten Graterseen steigen nach Schwefel stinkende Dampfwolken aus der heißen, blubbernden Brühe auf und hüllen die Schaulustigen fast gänzlich ein. Es hat was von Horrorfilm, wenn der Mensch, der keine 2 Meter vor einem läuft plötzlich von fies stinkenden Nebelschwaden verschluckt werden. Man muss es wirklich gesehen haben, beschreiben lässt sich das fast nicht.

waiotapu

Jeden Donnerstag Abend gibt es in Rotorua einen tollen Nightmarket in einer der kleinen Einkaufsstrassen, auf dem leckere Köstlichkeiten aus aller Herren Länder feilgeboten werden.

nightmarket

Nachdem ich schon in Queenstown vor dem Überangebot an adrenalinsteigernden Aktivitäten gekniffen habe, konnte ich mich auf Lake Rotorua zu einem Höllenritt in einem Jet Speed Boat hinreißen lassen. Was’n Spaß!!! Man sollte den Herrn am Steuer nur nicht fragen, wie schnell so ein Boot eigentlich fahren kann, das zeigt er einem dann nämlich gerne sofort 😉

jetboat (statt Beweisfoto hier wenigstens die booking confirmation 😉 )

Waitomo Glowworm Caves
Am nächsten Tag stand ein Ausflug zu den Waitomo und Ruakuri Glowworm Caves, einem der bekanntesten Sightseeing Spots Neuseelands, auf dem Programm.  Die Höhlen wurden 1800 nochwas entdeckt und sind seitdem ein beliebter touristischer Anziehungspunkt. Früher mussten die Ladies in ihren aufwändigen Roben an Seilen in den mit Kerzenlicht spärlich beleuchteten Höhlen herumklettern 😉 aber heute sind die Wege durch die Stalagmiten und -titen zum Glück bequem ausgebaut, barrierefrei betoniert und kunstvoll angestrahlt. Tief im dunklen Inneren schlängelt sich der Waitomo River ruhig durch die Grotte und man treibt mit einem Boot durch die gespenstische Stille und betrachtet fasziniert die blau leuchtenden Punkte unter der Decke, die von den tausenden von Glühwürmchen kommen, die in den Höhlen leben. Sehr beeidruckend!

waitomo

Hobbiton
Ein Urlaub in Neuseeland ohne den Besuch mindestens eines Drehortes der Herr der Ringe und Hobbit Triologien wäre ein absolutes no go! In Rotorua bietet sich dazu die perfekte Gelegenheit, denn nur eine gute Stunde Busfahrt entfernt in Matamata befindet sich das Hobbiton Movie Set. Die Filmkulisse des idyllischen Hobbit Dorfes entstand auf dem Gelände der Alexander Farm. Nach dem Ende der Filmarbeiten zur Herr der Ringe Triologie fing man direkt an, die Kulisse wieder zurrückzubauen, nur um sie für die Hobbit-Filme wieder exakt nachzubauen. Nach dem Dreh wurde die Kulisse für den nicht abreissenden Besucherstrom wieder hübsch und mit sehr viel Liebe zum Detail hergerichtet und entführt nun Hunderttausende jährlich in die bezaubernde Welt des Auenlandes. Man schlendert über die verschlungenen Pfade vorbei an den vielen Hobbit Holes zu Bilbos „Haus“ Bag End, und über die Double Arch Bridge an der Mill vorbei zum Green Dragon Inn, wo man mit einem kühlen Cider oder extra für Hobbiton gebrauten Ale freundlich empfangen wird.

hobbiton

Maori Kultur

Das absolute MUST HAVE auf einem Trip nach Neuseeland ist natürlich ein Einblick in die Maori Kultur. Auch hierfür werden von Rotorua aus verschiedene Touren angeboten. Ich habe mich für einen Besuch ins Mitai Maori Village entschieden, wo man neben dem bekannten Haka Kriegstanz auch noch ein traditionelles Hangi Essen serviert bekommt. Der Empfang im Dorf des Mitai Stammes ist äusserst herzlich. In einem, nicht ganz so traditionell anmutenden Zelt wird an großen Tischen das zuvor in einem Erdloch zubereitete Hangi Meal serviert. Es gibt leckeres Schwein-, Lamm- und Rindfleisch mit Kartoffeln und Gemüse und sogar noch Desert. Danach gibt es eine Vorführung traditioneller Tänze und Lieder in einer Versammlungshütte und eine Einführung in die Basics der Maori Stammeskultur und Geschichte vom Häuptling selbst. So einen Haka aus allernächster Nähe zu erleben ist schon interessant. Bei einem nächtlichen Spaziergang durch das „Musterdorf“ erfahren wir noch mehr über das Leben der Maori und werden mit einer Kanufahrt der Mitai-Krieger wieder verabschiedet.

maori

Damit waren meine 4 Tage in Rotorua ziemlich voll gepackt mit interessanten Aktivitäten, aber es hat sich wirklich gelohnt, meinen ursprünglichen Reiseplan wenigstens am Ende ein bisschen umzuwerfen.
Ausschlaggebend für die Planänderung war aber nicht nur das tolle Angebot vor Ort, sondern auch das beste Hostel überhaupt. Das Crash Palace Backpacker hatte alles zu bieten, was das Backpackerherz begehrt. Die Atmosphäre war klasse, alles war sauber und das Team immer super nett und hilfsbereit. Man konnte sämtliche Aktivitäten rund um Rotorua direkt im Hostel buchen und wurde dann auch vor der Haustür abgeholt. In den beiden Küchen gab es jederzeit kostenlos Reis und Nudeln, Sonntags morgens Pancakes und Freitags Abends ein kostenloses Barbeque im Patio. Donnerstags war Kinoabend mit Popcorn und Samstags wurde ein Beer-Pong-Tunier abgehalten, bei dem ich es immerhin über die Vorrunde hinaus geschafft habe.

crash palace

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *