Christchurch

Also, die Fahrt von Wanaka nach Christchurch war lang und langweilig. Bis auf den Boxenstop am idyllischen Lake Tekapo, wo ich mich mit leckrer Quiche versorgen konnte, bot die Fahrt nichts wirklich aufregendes. Weite Ebene, soweit das Auge reicht, in der Ferne strecken sich die Berge bis zu den niedrig hängenden Wolken. Aber immerhin, die Sonne scheint und das macht sich doch gleich viel besser auf den Fotos 😊

Unterwegs wurden wir kurzfristig von einer Schafherde ausgebremst, die irgendwie nicht so recht wusste, was der wild gestikulierende Kerl von ihr wollte.

Die Stadt Christchurch hat mich echt überrascht. Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde und konnte mir echt nicht vorstellen, wie eine Stadt 5 Jahre nach so einem heftigen Erdbeben, das fast die gesamte Innenstadt zerstört hat, aussehen würde.

Ich weiß nicht genau, ob es an den Osterfeiertagen lag, aber bis auf die deutlich an der obligatorischen  Kamera oder Wasserflasche erkennbaren Touristen, wirkte die Innenstadt tatsächlich wie ausgestorben.

Viele Gebäude, darunter auch wunderschöne historische Bauten, sind zerstört und stehen halb verfallen herum. Fast alle Geschäfte sind geschlossen, zwischendrin ist mal ein Café oder Hotel geöffnet. Es gibt gerade mal einen Supermarkt.

Überall wird gebaut, auch am Wochenende. Durch die Stadt zu fahren, ist wahrscheinlich ein einziges Chaos aus gesperrten Straßen.

Die historische Kathedrale ist auf einer Seite völlig zerstört und die Verantwortlichen sind sich immer noch nicht einig, ob man sie wieder aufbauen oder besser abreißen und vielleicht sogar an ganz anderer Stelle durch eine moderne Kathedrale ersetzen soll. Bis zur Entscheidung hat die Gemeinde aus Containern eine Übergangslösung errichtet.

Apropos Container: in der Innenstadt wurde eine kleine Container City errichtet, die nach Bedarf um die großen Baustellen herumgeschoben werden kann. Hier gibt es einige Geschäfte, Banken und die Post. Und dazwischen drängen sich jede Menge Imbissbuden. Ein interessantes Konzept! Man muss sich einfach nur zu helfen wissen.

  
Die leeren Flächen und grauen Abrisswänden kompensiert man überall in der Stadt mit Kunst. An den Wänden prangen großflächige „Murals“ und überall stehen Kunstobjekte und -Projekte rum.  Sogar Straßenpoller sind als Schafe getarnt.  Das verrückteste, was ich je gesehen hab, ist der DanceOmat: ein betonierter Platz, 4 Pfosten in den Ecken, in der Mitte hängt ne Discokugel und an der Seite steht die Jukebox. Für ein paar Dollar gehen die Lichter an  und es erklingt Tanzmusik von Macarena bis YMCA. Man wundert sich schon ein bisschen, wenn man abends nichts ahnend vorbei schlendert und 30 Leute vergnügt den Time Wharp tanzen 😊😉

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